Learnings aus acht Monaten Mentoring

Im Mentoring bei Annette Schwindt wollte ich lernen, wie ich digital kommunizieren kann. Ich teile Annettes Auffassung, dass es dabei um Menschen und Gespräche geht. Nur wie erreiche ich dieses Ziel digital? Nach unseren ersten Gesprächen standen für mich zwei Dinge fest:

  1. Digital zu kommunizieren ist ein Handwerk, welches praktisches Tun erfordert. Es benötigt viel Übung, um aus den Erfahrungen zu lernen.
  2. Die Vielfalt der Zutaten und deren mögliche individuelle Zusammensetzung und Gewichtung ist herausfordernd. Es fühlt sich an, wie Brot zu backen ohne Backmischung.

Um meine eigene Backmischung zu finden, durfte ich mir acht Monate Zeit lassen. Herzlichen Dank, liebe Annette, für die lehrreiche und intensive Zeit.

Erste Hauptzutat: Blogartikel schreiben

Gestartet bin ich mit dem Entwurf eines Blogartikels, den ich Annette in unseren digitalen Austauschordner gelegt hatte. Euphorisch, schließlich wusste ich von Konzepten und Masterthesis, wie man schreibt, blickte ich auf die eingefügten Kommentare. Ernüchtert, stellte ich fest: so, also nicht. Noch einmal ganz von vorn!

Zunächst stellte ich mir diverse Fragen: Was ist die konkrete Botschaft des Artikels? Wie soll er aussehen? Also welches Format und Struktur? Wie formuliere ich Überschriften und wie viele Zwischenüberschriften braucht es? In welcher Tiefe und mit welchen Beispielen möchte ich in den jeweiligen Inhalt einsteigen? Wie soll der Sprachstil und die Ansprache der Leser sein? Will ich gendern? Welche Grafiken und Bilder setze ich ein? Auf alle Fragen fand ich nach und nach eine Antwort. Nicht im ersten Anlauf, aber es gelang mir mit Unterstützung von Annette immer besser.

Meine Learnings

  1. Tod den Passivkonstruktionen und Substantivierungen. Andernfalls klingt es wie ein Schreiben vom Amt und niemand liest diese freiwillig bis zum Ende.
  2. Schreib für Deine beste Freundin und lies ihr laut vor. Klingt völlig überzogen und albern, hilft aber.
  3. Zäume das Pferd von hinten auf und plane genug Zeit dafür ein. Erst wenn Du weißt, welche Botschaft Du mitteilen willst, kannst Du die erforderlichen inhaltlichen Zwischenschritte planen und schreiben.
  4. Vermeide Textwüsten. Zwischenüberschriften, Aufzählungen, Grafiken und kurze Absätze geben dem Auge Halt und die Leser bleiben dran.
  5. Texte sollten reifen, aber nicht vergären. Mehrere Schleifen machen den Text besser, aber habe den Punkt der Verschlimmbesserung im Blick. 
  6. Dran bleiben, auch wenn es zäh ist. Gerade zu Beginn scheinen sogar Putzen, Bügeln oder Papierkram attraktiver als die erneute Überarbeitung des eigenen Artikels.
  7. Sprich die Leser direkt an und führe sie behutsam durch den Artikel.
  8. Stelle das Thema am Anfang des Artikels kurz und knapp dar. Die Leser bleiben trotzdem dran, vorausgesetzt die anderen acht Punkte sind erfüllt.
  9. Beschreibe praktische Erfahrungen und/ oder Beispiele, die bleiben viel eher im Gedächtnis.

Nachdem ich einige Artikel geschrieben hatte, wollte ich sie auf meiner Website veröffentlichen. Allerdings gefiel sie mir optisch nicht mehr und inzwischen hatte ich festgestellt, dass sie auch inhaltliche Lücken aufwies. Annette bot mir ihre Hilfe bei der Überarbeitung an, die ich sehr gern annahm.

Zweite Hauptzutat: Website

Der Relaunch war inhaltlich, technisch und zeitlich herausfordernd. Begonnen hat es mit der Erstellung eines Seitenbaums, vergleichbar mit der Ordnerstruktur im Explorer oder Finder. Das klingt zunächst einfach, erfordert aber bereits das Durchdenken des gesamten inhaltlichen Aufbaus. Wie soll die Startseite aussehen, welche Menüpunkte sollen sichtbar sein usw.

Danach ging es weiter mit der Erstellung von Texten, Bildern, Grafiken und Überlegungen zu Verlinkungen. Letztlich blieb die praktische Erstellung von statischen Seiten und Beiträgen in WordPress. Die Bedienung und Einstellungen von WordPress konnte ich glücklicherweise zunächst auf einer Baustellenseite üben.

Die praktische Erfahrung lässt mich heute selbstbewusst das Backend meiner Website bedienen. Gleichwohl ich natürlich froh bin, dass Annette im Notfall nur einen Anruf weit entfernt ist.

Meine Learnings

  1. Eine Website ist kein Papier. Der Lieblingsspruch von Annette, wenn wir um Farben und Design gerungen haben.
  2. Unterscheide statische Seiten mit möglichen Unterseiten und Beiträge (Blogbeiträge).
  3. Inhalt und Layout sind auf Websites getrennt geregelt: Inhalte werden in HTML geschrieben, Layout-Anweisungen in CSS.
  4. Bilder aussuchen, verkleinern (Breite, Höhe, Auflösung), einfügen und Alternativtexte beschriften. Suchmaschinen verstehen keine Bild- und Grafikinhalte. Deshalb immer die Alternativtexte ausfüllen!
  5. Share-Buttons: Eine Weitersagen-Funktion, mit der die Besucher den Inhalt auf ihren eigenen Social-Media-Kanäle weiterleiten können.
  6. Breadcrumbs: Eine hilfreiche Brotkrümelnavigation, die Dir immer sagt, wo Du Dich gerade befindest und was Du bearbeitest.
  7. Datenschutz: Leidiges und notwendiges Thema, wenn man einer Abmahnung entgehen will. Dazu gehören das stets aktuelle Cookie Banner und die Datenschutzerklärung, die mit zwei Klicks erreichbar sein muss. Gleiches gilt für das erforderliche Impressum.
  8. Mit einer Website wird man sichtbar und setzt sich Bewertungen aus. Das verlangt nach einer Positionierung und Commitment, die Zeit brauchen sich zu entwickeln.

Blogartikel und Website waren nun erstellt. Doch digitale Kommunikation bedeutet Austausch mit den Lesern. Wie kann dieser gelingen? 

Dritte Hauptzutat: Interaktion

Interaktion mit den Lesern ist über Kommentare unter den Blogartikeln oder in Social Media möglich. Auch hier musste ich nach mehreren Gedankenschleifen eine Auswahl treffen.

Im Ergebnis habe ich mich gegen die Kommentarfunktion unter den Blogartikeln entschieden. Um mit den Lesern digital zu kommunizieren, entschied ich mich für LinkedIn und Instagram. Mit Annettes Hilfe habe ich meine Profile inhaltlich überarbeitet, ehe wir uns den vermeintlichen Kleinigkeiten gewidmet haben: Welche Möglichkeiten für Posts / Beiträge gibt es? Wie sollten sie aussehen? Wie schreibt man Teaser? Wie kommen die in mein Profil? Welche Einstellungsmöglichkeiten gibt es?

Überdies haben wir eine Linkseite angelegt. Sie ermöglicht Profilbesuchern den direkten Zugriff auf meine Angebote, aktuelle Blogbeiträge, das Impressum und die Datenschutzerklärung.

An diesen kleinen Beispielen lässt sich die Vielzahl an informativen Kleinigkeiten aus unseren digitalen Treffen erahnen. Doch die Frage nach dem Ergebnis ist noch offen.

Wie sieht meine Backmischung für digitale Kommunikation aus?

Ganz ehrlich, sie ist noch nicht fertig und ich befürchte, dass sie das auch nie ganz sein wird. Warum? Weil sich so viele Parameter im Außen (Technik, Kunden) und in mir selbst ständig verändern und weiterentwickeln.

Ich bin sehr dankbar für die drei geglückten Hauptzutaten, die ich gemeinsam mit Annette finden und gestalten durfte. Sie sind für mich das Grundgerüst, an dem ich mich festhalten und immer wieder orientieren kann. Annette, herzlichen Dank!


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